| Erfahrungsbericht über das
Bobath-Konzept in
unserer Einrichtung! |
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| Im Laufe meiner
Berufspraxis wurde mir immer deutlicher bewusst, dass es meinen
Ansprüchen an mein |
| Berufsbild nicht genügte, dafür zu sorgen, dass die Patienten
möglichst schnell satt, sauber und trocken |
| im Rollstuhl sitzen. |
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Gerade bei der Betreuung von
Schlaganfallpatienten musste es mehr geben als die üblichen
Pflegestandards. |
| Schon im Rahmen meiner
Ausbildung hatte ich von dem Bobath-Konzept gehört. Uns wurde damals
gesagt, dass |
| dieses Konzept bei
Schlaganfallpatienten angewandt wird, das Nachtschränkchen auf die
gelähmte Seite
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| gestellt werden soll und
dass es gut für den Patienten ist. |
| Nähere Informationen
hierzu erhielten wir nicht.
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| Über das Internet erfuhr
ich dann von der Existenz der BIKA (Bobath Initiative für Kranken- und
|
| Altenpflege).Dort buchte
ich meine erste intensive Fortbildung zum
Bobath-Pflegetherapeuten. Es sollten noch |
| weitere folgen. |
| Im Rahmen dieser Kurse (v.a.
bei dem Bobath-Instruktor Lothar Urbas; -Autor des im Thieme-Verlag
|
| erschienen Buches
Pflege eines Menschen mit Hemiplegie nach dem
Bobath-Konzept ) lernte ich die Faszination |
| der Wirksamkeit dieses
Konzeptes kennen. |
| Wir setzten uns zum
Ziel, dieses Pflege- und Therapiekonzept innerhalb der von uns
betriebenen |
| ambulanten Pflege
trotz wirtschaftlicher Einschränkungen umzusetzen. |
| Bei den von uns betreuten
Schlaganfallpatienten (sowie andere Patienten mit erworbenen
Hirnschäden) wird bei |
| der Aufnahme eine
Pflegeanamnese in Bezug auf verbliebene Restfähigkeiten ,
Einschränkungen und den aus der |
| Anamnese resultierenden
Hauptproblemen durchgeführt. |
| Hieraus resultiert die
Planung der Vorgehensweise bei der täglichen Pflege. Diese Pflegeplanung
in den |
| Bereichen der Lagerung,
des Bewegens in und ausserhalb des Bettes und bei den ATL`s (Aktivitäten
des |
| täglichen Lebens) sollte
wenn möglich in enger Zusammenarbeit mit allen an der Behandlung des
Patienten |
| beteiligten Personen, wie
Ergotherapeuten, Krankengymnasten und Angehörigen erfolgen. |
| In unserem Arbeitsbereich
wird dieses Bobath-Konzept in die Grundpflege integriert. |
| D.h. zum Beispiel, dass
genau festgelegt wird, wie der Patient gelagert werden muss (um
Spastiken zu vermeiden |
| oder zu reduzieren) |
| oder wie der Patient aus
dem Bett transferiert werden soll, um die gelähmten Körperpartien
möglichst intensiv |
| zu aktivieren. |
| Diese detaillierte
Vorgehensplanung muss in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den
Therapeuten dem Ist- |
| Zustand angeglichen
werden. |
| Intensive Mitarbeit des
Patienten vorausgesetzt, ist es möglich, mit diesem Konzept eine
deutliche |
| Verbesserung der
Rehabilitationschancen der Schlaganfallpatienten zu erzielen. |
| Wir werden immer wieder
gefragt, wie diese Art der Pflege denn in der heutigen Zeit finanzierbar
ist. -- Nach |
| den Vorgaben der
Krankenkassen sicherlich nicht. |
| Zum einen gehört
unsererseits eine gehörige Portion Enthusiasmus dazu. - Zum anderen kann
man Teilbereiche |
| dieses Pflegekonzeptes
über den Leistungskomplex Mobilisation abrechnen. |
| Es ist unzweifelhaft,
dass man zu Beginn der Arbeit mit dem Patienten längere Zeit benötigt
als mit dem |
| "normalen"
Pflegestandard. Es ist aber auch so, dass die benötigte Zeit bei
fortschreitender Behandlung immer |
| weiter reduziert werden
kann, da der Patient in der Regel selbstständiger wird. |
| Ebenfalls nicht leugnen
kann man die Tatsache, dass wir nicht jeden Tag in der Lage sind,
"Bobath zu machen". |
| An Tagen, an denen man
froh ist, dass man alle Patienten in angemessener Zeit versorgt bekommt,
kann sicher |
| nicht zeitaufwendig nach
Bobath gearbeitet werden. Dafür gibt es wiederum andere Tage, an denen
dies möglich |
| ist. |
| Ich beschäftige mich
derzeit zu einem großen Teil mit der Organisation des Pflegedienstes und
der |
| Fortbildungen für
pflegende Angehörige und finde trotzdem genügend Zeit, mich ausserhalb
der zeitlimitierten |
| Pflegeeinsätze um die
Bobath-Patienten zu kümmern. |
| Ich habe für die Zukunft
die Vision, dass das Miteinander von allen an der Pflege und
Therapie beteiligten |
| Personen deutlich
intensiviert werden kann, so dass eine erfolgreiche Rundumversorgung
dieser Patienten |
| gewährleistet wird. |
| Ferner würde es unsere
Arbeit sehr erleichtern, wenn auch von Seiten der Krankenkassen dieser
deutliche |
| Mehraufwand, der
nachgewiesenermaßen zur Rehabilitation der Patienten beiträgt,
entsprechend honoriert |
| würde. |
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| Silke Jonas
Dezember 2004 |